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Thứ Năm, 27 tháng 3, 2014

ZURÜCKTRETEN


ZURÜCKTRETEN ... vom Leben

„Die Zeit ist aus den Fugen; Schmach und Gram, Daß ich zur Welt, sie einzurichten, kam!“ (W. Shakespeare, Hamlet)

Schwur des Autors Anh Tuấn Lê:

Hiermit schwöre ich, solange ich als Buchautor arbeite, nur über die Elenden und für die Elenden zu schreiben, sie zu schützen und denen beizustehen, solange ich noch lebe.

Warum sagt man „zurücktreten“?

[MEMOIREN]

Ich fühle mich überglücklich, während ich diese Zeilen meiner Tochter zum Diktat vorlese. Das ist eine wundersame Geschichte, die ich, solange ich noch atmen kann, unbedingt schreiben möchte. Diese wunderschöne und für mein Leben sehr bedeutsame Geschichte ist während einer schlaflosen Nacht entstanden, als ich kein Auge zumachen konnte.

Die Protagonisten in dieser Geschichte sind alle meine Liebsten. Mein Atem, mein Fleisch und Blut.

Anstatt „zurücktreten“ hätte ich auch ein anderes Wort wählen können, aber das Wort „zurücktreten“ passt wunderbar in diese Situation und dieses Konzept, sodass kein anderes Wort dafür geeigneter wäre. Der Hintergrund dafür ist, seit dem ich dank Fügung das Licht der Welt vor genau 52 Jahren erblicken durfte, dass ich in keiner Sekunde meines Lebens, bedingt durch was auch immer, jemals diese Dankbarkeit vergessen habe. Immer hege ich in meinem Gehirn den Gedanken; diese lebenswichtige Frage existiert wundersamer Weise ständig in meinem Gehirn.

FLUCH ODER SEGEN

In der Tat ist diese Frage überflüssig und zwar bin ich auch wie viele andere Menschen mit allen Höhen und Tiefen des Lebens konfrontiert. Leider ist es bei mir oder zum Glück immer einseitig. Also vor drei Jahren bin ich unverhofft von einem Blitzschlag getroffen. Seit August 2011 leide ich unter Glioblastoma multiforme.

GBM WHO IV ist eine unheilbare, tödliche Krankheit. Und da ich so viele Dankbarkeiten schulde, tue ich und tat ich seit August 2011 alles, um zu überleben, damit ich gegenüber meinen Allerliebsten nicht gröblich undankbar bin.

Viele Leute gleicher Situation hätten die Möglichkeit gar nicht, eine Auswahl zu treffen, ob zurücktreten oder nicht. Und da ich das durfte, erzähle ich hier:

Ich müsste auch mal „angeben“, dass Gott mir ein exzellentes Gedächtnis gegeben hat. Noch mehr hat er mir einen ununterbrochenen Lebenswillen gegeben. Jetzt kommen wir zu dem Hauptteil, warum ich gerade diese Geschichte schreibe und warum diese und genau diese unbedingt noch zu meinen Lebzeiten geschrieben werden muss. Am Anfang habe ich meine Dankbarkeit gegenüber meiner Eltern erwähnt. Viele Leser, wenn sie bis hier hin lesen, werden schmunzeln: Was ist das für eine komische Geschichte?

Überlegen schmunzelnd, genauso große Dankbarkeit empfinde ich gegenüber meiner Ehefrau und meinen allerliebsten Kindern. Ich bin ein Kind des Friedens, aber wir benutzen ein Wort des Krieges.

Die Personen meiner allerliebsten Familie bilden das Bollwerk, womit ich gegen die tödliche Krankheit, gegen die unerträglichen Schmerzen, gegen alle Tsunamis des Lebens kämpfe.

Jetzt kommen wir zu der Plauderei mit „zurücktreten“.

Man kann von einem Amt zurücktreten. Das bedeutet zugleich, man begleitet ein schönes Amt (Bundespräsident, Kanzleramt, Papst, Kardinal, Bischof, Familienoberhaupt).

Wortwörtlich gesagt, habe ich mich mit dem Begriff „zurücktreten“ („nicht übertrieben“) etliche Nächte mit der Entstehung und Bedeutung des Wortes auseinandergesetzt. Dabei ließ ich die unvergesslichen Bilder meines Lebens, die im Zusammenhang mit diesem Wort stehen, Revue passieren.

Es gibt auch frische Erinnerungen, die sind aber wunderschön und sehr erwähnenswert.

Ich sehe meine Frau: zierlich, kleine Gestalt, aber sie ist groß, großartig. Nachts durch die Zimmertür laufend und mir Medikamente bringend, meinen Kopf anhebend und das Schmerzmedikament gebend.

Ich sehe meine Frau ganz zierlich den Computerstuhl in meiner Wohnung schieben, um mich von A nach B zu bringen. Dabei fallen ihre Haare vor ihr Gesicht.

Besonders in diesen Augenblicken bemerke ich ihre Schönheit, wo ich im normalen Alltag gar nicht aufgepasst habe.

Man stellt sich eines Morgens vor, die Hektik an einer Bushaltestelle, so ist es bei uns auch in der Wohnung. Wenn ich Glück habe, dann sehe ich noch meinen Sohn, 13 Jahre, bevor er in seine Klasse auf dem Gymnasium geht.

Wenn ich an meine beiden Kinder denke, fühle ich das warme Gewicht auf meinen Schultern.

Da, wo meine Kinder noch ganz klein waren, und wenn wir vom Besuch nach Hause gekommen sind, haben wir immer in der fünften Etage gewohnt. Meine Kinder, Tochter und Sohn, ritten gern auf meinen Schultern.

Daher gewähre ich ihnen auch alle Wünsche, weil ich sie über alles liebe.

Viele halten diese Gedanken für verrückt. Nur ich nicht.

Ich weiß noch, nach der OP im August 2011 war ich sehr schwach auf den Beinen, meine Tochter, Studentin im zweiten Semester, ein bisschen über 19 Jahre alt, hat automatisch Urlaub genommen und mich in die Strahlenklinik begleitet mit der Bahn, ohne dass ich sie darum gebeten habe.

Jetzt wissen wir alle, warum ich unsägliche Dankbarkeit gegenüber meinen Eltern, gegenüber meiner Frau und gegenüber meinen Kindern hege.

Es steht außer Frage, dass es für mich besonders schwer ist, den Titel meines Werkes auszuwählen.

Zurücktreten bedeutet nicht den Tod, obwohl beide Wörter manches gemeinsam haben. Also wenn man tot ist, kommt man nicht mehr ins Leben zurück. Und wenn jemand zurückgetreten ist, kann er das nicht mehr rückgängig machen.

Summa summarum:

Ich will noch einige Jahre leben, das heißt, ich will nicht zurücktreten. Dafür gibt es keinen Grund.

27/03/2014

Copyright Anh Tuấn Lê



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